Sekretariat der AIM

Solonka – eine Klostergründung
in der Ukraine*

 

Bis vor kurzem war Zhytomyr die einzige Benediktinerinnenabteiin der Ukraine. Die Nonnen bereitetenbereits seit mehreren Jahren eine Neugründung in Solonkain der Nähe von Lviv vor. Tatsächlich schlug der Erzbischof vonLviv, Mieczysław Mokrzycki, den Nonnen 2016 vor, das benediktinischeLeben in einem Kloster aufzunehmen, das von einer SchweizerFamilie gegründet worden war und dessen Bau nun begann.Im Oktober 2019, während der kanonischen Visitation der AbteiZhytomyr, die von Abtpräses Maksymilian Nawara und dem Priorvon Lubiń Izaak Kapała geleitet wurde, waren die Bauarbeiten fastabgeschlossen und die Zeit für die Abreise der Schwestern in das neueKloster rückte immer näher. Die Schwestern befürchteten jedoch,dass dies ohne echte Hilfe bei der Gestaltung des benediktinischenLebens in Lviv eine zu schwierige Aufgabe sein würde. Abt Maksymilianwandte sich daraufhin an Erzbischof Mokrzycki und erklärteseine Unterstützung für die Gründung der Stiftung in Lviv.

Bei einem Treffen im August 2020 in Lubiń lud ErzbischofMokrzycki Benediktinermönche aus Polen ein, das Kloster in Lvivmitzugründen, mit der Aussicht, sich später an einem anderen Ortniederzulassen. Der Erzbischof sicherte die Hilfe zu und wies denMönchen tatsächlich sofort das neu errichtete Haus für den Schwesternseelsorgerzu.

Solonka1Bisher hatte jedoch keines der polnischen Klöster die Frageeiner Gründung in der Ukraine in Betracht gezogen. Es war auch klar, dass keines von ihnen starkgenug war, dies allein zu tun. Esgab zwei Möglichkeiten: entwederaufgeben (mit dem jahrhundertealtenArgument: „Wir sindzu wenige“) oder es gemeinsamtun. Zum ersten Mal inder modernen Geschichteder Benediktiner in Polen ludder Abtpräses alle Oberen der Benediktinerklöster in Polen nachBiskupów ein, um die Möglichkeiten der Zusammenarbeit in einerrealen und praktischen Weise zu diskutieren. Die Frucht dieser ersten„Synode der polnischen Äbte“ war die einstimmige Zustimmung,ein gemeinsames Gründungsprojekt in der Ukraine zu versuchen.Dies ist eine Neuheit in der benediktinischen Tradition. Normalerweisegründet ein Kloster– das Mutterhaus – ein anderes, für das esausschließlich die Verantwortung übernimmt. Diesmal mussten dieBrüder neue Regeln aufstellen, die sie in einer „Kooperationserklärung– Seelsorgliche Begleitung der Benediktinerinnen von Lviv“festgehalten haben.

Die Mönche gehen danach zunächst nach Lemberg, um dieSchwestern des neu gegründeten Josefsklosters zu unterstützen undden Dienst in der Benediktuskirche des neuen Klosters auszuüben.

Die Mönche sind im Gebäude des Seelsorgers untergebracht undhoffen, dass sie in einigen Jahren einen Platz für ein Männerklosterzu finden, während sie ihr Apostolat in der Seelsorge beibehalten.Vier Mönche wurden entsandt: aus Lubiń Abt Maksymilian,der das gesamte Projekt moderiert, und Bruder Efrem Michalski. AusTyniec kamen Bruder Leopold Rudziński, der erste Benediktinerukrainischer Herkunft, der am 20. März 2021 in der neuen Kirchezum Priester geweiht wurde, und Br. Borys Kotowski.

Die ersten drei Schwestern, die aus Zhytomyr entsandt wurden,waren Schwester Bernadeta Venglovska, Schwester Rita Linenko undSchwester Augustyna Tichon.

Solonka2Die Brüder und Schwestern aus drei verschiedenen Klösternhatten jeweils eigene Traditionen und Bräuche und mussten ersteinmal eine gemeinsame Liturgie finden, für welche sie die vertrauten Formen ihres Heimatklostersablegten. Die Liturgie wird aufUkrainisch und Lateinisch gefeiert.Die sonntägliche Eucharistiebeginnt mit einer gemeinsamenProzession der Schwestern undBrüder. Gläubige nehmen jedenAbend an der eucharistischenAnbetung teil. Jeden Morgenversammeln sich die Brüder undSchwestern im Kapitel zu einem Regelkommentar, der von VaterMaksymilian vorgetragen wird. Es ist auch eine Gelegenheit, überaktuelle Ereignisse zu sprechen, die Arbeit zu teilen usw.

Jeder Tag bringt neue Herausforderungen mit sich. Vor zweiMonaten verbrachten die Ordensleute die Tage mit Arbeitern, dieverbleibende Bauarbeiten ausführten oder festgestellte Mängelbehoben. Die Gegend um Lviv ist sehr feucht, es regnet fast jedenTag; es müssen also Mittel gefunden werden, um die Luftfeuchtigkeitim Haus zu reduzieren. Das Kloster ist noch nicht an dasGasnetz angeschlossen. Das Gästehaus ist mittlerweile möbliert undes kommen immer mehr Gäste: Freunde aus Polen, Brüder aus derSlowakei,... erste Priester kommen für Einzelexerzitien.

Katholische Gläubige mit lateinischer oder griechischer Traditionsowie orthodoxe Gläubige heißen die Neugründung herzlichwillkommen. Die Gemeinschaft lernt täglich den Klerus der ErzdiözeseLviv und die umliegenden Ordensgemeinschaften kennen.Sie verfügt noch über keine Einnahmequellen. Jede Hilfe ist daherwillkommen.

Am 4. Juni 2020 segnete ErzbischofMokrzycki das Kreuz, das auf der St.-Benedikt-Kirche aufgestellt wurde. Am 19. Märzfand die Weihe der Kirche St. Benedikt, derGlocke und des Klosters St. Joseph statt,in Anwesenheit der Schweizer Familie, diedas Kloster gestiftet hat. Am 24. Juli legteSchwester Maria Lyudmila Kukharyk ihrefeierlichen Gelübde in der neuen Gemeinschaftab. Sie ist die erste Professschwesterdieser Neugründung.

 

* Die folgenden Informationen stammen von der Verkündigungskongregation bzw. denSchwestern von Zhytomyr.