Sr. Emerentia

Konferenz der Klöster Zentralafrikas (MAC)
Goma, Juli 2021

 

Nach der letzten Tagung der Vereinigung der Klöster Zentralafrikas (Monastères d’Afrique Centrale – MAC) in Ruanda, an der die Oberinnen und Oberen im Jahr 2019 teilnahmen, und der Tagung im Februar 2021 für Zeitliche Professen in Lubumbashi und Kinshasa fand im Juli eine weitere Tagung im Ausbildungszentrum der Pallotinerpatres in Goma im Osten der Demokratischen Republik Kongo statt (1. bis 7. Juli).

An diesem Treffen nahmen 15 Obere und ihre Cellerare aus den verschiedenen Klöstern der MAC teil: die Gastgebergemeinschaft in Goma, unsere Zisterzienserbrüder in Mokoto, dem ursprünglich geplanten Tagungsort, zwei Benediktinerklöster in Kinshasa - Arbre de vie und Mambré –, die Zisterziensergemeinschaft in Mvanda und schließlich die beiden Benediktinerklöster in Lubumbashi – Saint Sauveur und Notre-Dame des Sources/Kiswishi.

Wir bedauerten die Abwesenheit der anderen Gemeinschaften. Die Gemeinschaft der Bernhardinerinnen aus Goma konnte aufgrund der Krankheit von Schwester Marie-Rémi, die schließlich starb, nicht am Treffen teilnehmen. Wir sprachen der Gemeinschaft unser Beileid aus, da wir aufgrund der Gesundheitsmaßnahmen und des Zeitplans nicht bei der Beerdigung anwesend sein konnten. Aus denselben Gründen konnten sich die Klostergemeinschaften aus Ruanda leider nicht an der Sitzung beteiligen. Aufgrund der Feiern der monastischen Profess und der Priesterweihe konnten auch unsere Zisterzienserbrüder aus Kasanza in der Region Kikwit nicht anwesend sein. Dennoch waren wir mit ihnen allen im Herzen verbunden.

MAC1Dank der Liebe und Menschenfreundlichkeit unseres Gottes fand die Tagung in einem Klima des Friedens und der Freude statt. Das wunderschöne Gästehaus der Pallottinerpatres am Ufer des Kivu-Sees war für diese Art von Treffen bestens geeignet. Für uns, die wir aus dem Südosten und Westen der Demokratischen Republik Kongo kommen, war diese Sitzung auch eine Gelegenheit, unsere Unterstützung und Nähe zu unseren Brüdern und Schwestern zu bekunden, die durch viele unglückliche Ereignisse belastet sind, wie den Vulkanausbruch im Mai letzten Jahres und andere vielfältige Bedrängnisse, die die Ostregion erschüttert haben.

Wir möchten der AIM unseren Dank dafür aussprechen, dass sie diese Sitzung unterstützt. Dies trägt zur Verwurzelung des monastischen Lebens auf afrikanischem Boden bei.

Wir schätzten den Vortrag von Pater Martin Neyt, der uns dabei half, den Geist der Ökonomie im monastischen Leben neu zu fokussieren. Pater Martin stellte die Wirtschaft im Kloster in eine prophetische Perspektive. Er warnte uns, ja hämmerte uns ein, dass die Wirtschaft eines Klosters nicht nur auf Gewinn abzielt, sondern als Zeugnis der Solidarität mit denen, die das Kloster umgeben, erscheinen muss. Selbst unsere Werke, wie Schulen, Gesundheitszentren usw., müssen sich in diese Dynamik einfügen.

Unsere Dankbarkeit gilt P. Jean-Marie Vianney Sebunoti, einem Priester der Diözese Goma, der es mit Kompetenz und Hingabe geschafft hat, uns in kurzer Zeit in die Begriffe der Bilanzierung einzuführen, mit Übungen zu untermauern und uns unsere Pflichten und Rechte gegenüber unseren Arbeitern und gegenüber dem Staat begreifen zu lassen. Wir gratulieren ihm dazu. Er ist seiner Aufgabe gerecht geworden. Es liegt an jeder Gemeinde, die wesentlichen Elemente seiner Vorträge in die Praxis umzusetzen.

Nach dem Vortrag von P. Jean-Marie Vianney sprach P. Simon Madeko, der neue Prior des Klosters Mamre (RD Kongo), über die Spiritualität des Cellerars des Klosters. Um die Spiritualität des Cellerars richtig zu erfassen, muss man verstehen, was über die Aufgabe des Abtes gesagt wird, der das Haus Gottes verwaltet, wie Benedikt das Kloster nennt. Der Cellerar arbeitet mit dem Abt zusammen, damit dieser seine Aufgabe erfüllen kann, jedem die Möglichkeit zu geben, als Kinder Gottes geboren und wiedergeboren zu werden. Die Spiritualität des Cellerars steht in Verbindung mit der des Oberen. P. Simon warnte uns vor einer verbreiteten Haltung, die in der Person des Cellerars eher einen „Boss“ und „großen Wohltäter“ als einen Diener der Gemeinschaft sieht.

MAC2Neben den Vorträgen erlebten wir Momente, in denen wir uns über die Erfahrungen jeder der vertretenen Gemeinschaften austauschten. Aus diesem Austausch entstand der Wunsch, die Möglichkeit zu vertiefen, das Kloster N.-D. des Sources (Kiswishi) zu einem Zentrum für theologische und monastische Studien für die Klöster in der Region der MAC-Vereinigung zu machen. Die Frage bleibt vorläufig offen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Sitzung für die Teilnehmer von großem Nutzen war. Wir haben die Anforderungen der Buchhaltung aus erster Hand kennengelernt, wir haben geistliche Reichtümer entdeckt und auch einige unserer Grenzen bei der Ausübung unserer Rechte und Pflichten erfahren.

Die Versammlung äußerte den Wunsch, dass die Tagung 2023 in Kikwit bei unseren Zisterzienserinnen von Mvanda stattfinden sollte. Dies betrifft alle Ausbilder; der vorgesehene Moderator – so Gott will – ist Pater Amedeo Cencini, ein italienischer Canossianer- Priester und weltweit anerkannter Experte auf dem Gebiet der Ausbildung zum Ordensleben.