Communio Internationalis Benedictinarum (CIB) 2015

Bericht von Sr. Judith-Ann Heble, Präsidentin der CIB

 

 

Die Mitglieder der CIB (Internationale Vereinigung der Benediktinerinnen) haben sich vom 8. bis zum 23. September 2015 zu einer Konferenz in Paris versammelt. Die Mutter Marie-Caroline Lecouffe, Priorin des Klosters Bouzy-la-Forêt und Delegierte der CIB für die Region 3, war für die Organisation dieser Zusammenkunft verantwortlich. Das Kloster, das unsere Unterkunft hauptsächlich übernommen hatte, war die Abtei Notre-Dame de Jouarre. Dort hat der Abt Primas die Gruppe der Äbtissinnen und Priorinnen empfangen, die die verschiedenen Regionen der Welt einschließlich Frankreichs darstellen und die abkömmlich waren.

Das Thema dieses Treffens lautete: Solidarität, Frieden und Respekt für das Volk Gottes und für die Schöpfung.

Der Rat hatte sich versammelt, um unter der Leitung von Abt Richard Yeo juristische und kanonische Fragen bezüglich der CIB zu erörtern. Der Abtprimas und Abt Yeo betonten beide mit Nachdruck, die autonomen Klöster sollten nicht allein bleiben und sich unbedingt einer Kongregation anschließen.

Jedes Mal, wenn die Gruppe der Äbtissinnen und der Priorinnen zusammen war, haben sie gemeinsam gebetet und im Anschluss daran mit Hilfe von Bildern ihre Kommunitäten, ihre Kirchen und ihr Arbeitsleben vorgestellt. Und jedes Mal wurde das Zusammensein mit einem Segen für die beendet, die aus allen Regionen Frankreichs hier zusammengekommen waren, um bei uns zu sein.

Diese Zusammenkunft sah auch den Besuch in mehreren französischen Klöstern vor. Bei diesen Anlässen wurden verschiedene Vorträge von Brüdern und Schwestern aus unserer Mitte gehalten.

Am 12. und 13. September waren wir in Bec-Hellouin bei unseren Brüdern und Schwestern in der Normandie. Wir wurden von Sr. Marie-Placide Casenave, Priorin des Klosters Sainte-Françoise Romaine, herzlich begrüßt, und die Mitglieder der CIB sowie die Priorinnen und Äbtissinnen des Nordostens Frankreichs hatten das Vergnügen, den Bischof von Poitiers zu hören, der uns einen Vortrag gehalten hat über die Lage der Kirche in Frankreich und die Herausforderungen, die sie zu gewärtigen hat.

Auf dem Rückweg nach Jouarre hat unsere Gruppe noch in Notre-Dame de Paris angehalten, wo wir an der Vesper teilnahmen.

Am 14. September hat Sr. Marie-Noëlle Etchelet, Priorin des Klosters St. Scholastika in Urt im Baskenland zu uns über das Klosterleben in Frankreich gesprochen und über die neuen Herausforderungen, die von den Benediktinerinnen angenommen werden müssten. Schwester Marie-Laure von einer Klosterfraternität von Jerusalem aus Paris und Sr. Mireille Golliez, Generalpriorin der Diakonissen von Reuilly, aus Versailles (Reformierte Kirche) haben die Initiativen beschrieben, die ihr jeweiliges Kloster unternommen hat, um ein wahres Klosterleben führen zu können.

Am Sonntag, dem 15. September, gab es für uns einen Tag der Ruhe und Entspannung in Paris mit einem Besuch Kollegs der Bernardiner aus dem 13. Jahrhundert und der Besichtigung des Montmartre und der Kirche Sacré Coeur.

Die Stiftung Fondation des monastères, die die französischen Klöster unterstützt, lud uns zum Essen in ihrem Gebäude ein. Anschließend gab es noch eine schöne Spazierfahrt auf der Seine. Wir trafen pünktlich zur Vesper in dem Kloster Sainte-Bathilde in Vanves ein, wo wir auch im Anschluss an die Vesper der Hl. Messe beiwohnten. Das Abendessen war von der internationalen Kommunität unter der Leitung der Priorin, Sr. Marie-Madeleine Caseau, vorbereitet worden. Sr. Gisela Happ, die Sekretärin der AIM, zeigte uns die Lokalitäten der AIM, die sich in ihrem Kloster in Vanves befinden.

Für die Zeit vom 17. bis 20. September ist unsere Gruppe in die Abtei Sainte-Croix nach Poitiers übergesiedelt. Der ehemalige Abt von Ligugé, Jean-Pierre Longeat, der Präsident der AIM, und Sr. Fabienne Hyon, Priorin der Benediktinerinnen von Saint-Thierry, haben über die internationalen Verbindungen der französischen Klöster mit gewissen Ländern der Welt gesprochen.

Sr. Marie Mühlethaler, Präsidentin der Benediktinerinnen von Notre-Dame du Calvaire, hat uns das Kloster Le Mont-des-Oliviers vorgestellt und uns gebeten, man möge Schwestern dorthin schicken, damit das Kloster überleben könne. Sr. Françoise-Noël Fleurbayx, Generalpriorin der belgischen Kongregation Notre-Dame des Apôtres, gab uns einen Zustandsbericht von der Kommunität von Jerusalem.

Natürlich fehlte in Kloster Sainte-Croix nicht eine Vorstellung seiner Geschichte, die uns Mutter Martina Ravaillault, emeritierte Äbtissin und langjährige Delegierte bei der CIB, lieferte. Es ergab sich auch noch eine Stadtbesichtigung von Poitiers, verbunden mit einem Gang zum Grab der hl. Radegunde, der Gründerin des hiesigen Klosters.

An den folgenden Tagen begaben sich die Mitglieder der CIB auch nach Solesmes. Äbtissin Claire de Sazilly und Abt Philippe Dupont legten uns die Rolle Dom Guérangers bei der Gründung des Frauenklosters Sainte-Cécile im Jahr 1866 und seinen Einfluss auf die damalige Äbtissin Cécile Bruyère dar. Wir haben an dem Gottesdienst sowohl der Mönche als auch der Schwestern teilgenommen und mit den jeweiligen Kommunitäten gesprochen.

Den Sonntagsgottesdienst haben wir mit der Kommunität von Saint-Martin in Ligugé, nahe bei Sainte-Croix in Poitiers, gefeiert. Dabei haben wir auch den archäologisch interessanten Ort der ersten Klostergründung in Ligugé durch den hl. Martin von Tours besichtigt. Abt Jean-Pierre Longeat hat unserer Gruppe die Aktivitäten der AIM vorgestellt. Die CIB ist sehr dankbar für die finanzielle Hilfe der AIM bei der Organisation ihrer verschiedenen Zusammenkünfte.

Schließlich sind wir nach Jouarre wieder zurückgekehrt. Unterwegs haben wir in Saint-Benoît de Fleury, heute: Saint-Benoît sur Loire, einen Zwischenstop eingelegt. Diese Abtei wurde bereits im Jahr 630 gegründet; sie birgt die Reliquien des hl. Benedikt, die nach geschichtlichen Berichten im Jahr 672 aus Sicherheitsgründen vom Montecassino nach Fleury übertragen wurden. Dies war zugleich die Gelegenheit, die Leiter und Leiterinnen der englischen Provinz der Kongregation Subiaco kennen zu lernen, die hier eine Versammlung abhielten. Das Mittagessen mit wunderbaren französischen Spezialitäten fand im nahen Priorat Bouzy-la-Forêt statt.

Unsere Versammlung endete am 22. September. Jede von uns kehrte bereichert heim, um die Früchte der vielen Begegnungen und Überlegungen an die eigene Kommunität weiterzugeben.