Bericht über die aktuellen ethnischen Konflikte in Klostergemeinschaften

Treffen der BECOSA (Benediktinische Kongregationen von Südafrika) 2013

 

 

1. Einführung und Hintergrund

Bereits beim Treffen der BECOSA 2012 tauchten gewisse Sorgen über die wachsenden ethnischen Konflikte in den Kommunitäten auf. Dieses Thema wurde also anlässlich von BECOSA 2013 aufgenommen, um einen Bericht über diese ethnischen Streitigkeiten zu erstellen.

 

2. Definition der aktuellen ethnischen Konflikte

Um ein Prinzip aufgrund dieses Berichts festzulegen, wurden die aktuellen ethnischen Konflikte im weitesten Sinne als das Bedürfnis einer Gruppe definiert, innerhalb einer Gemeinschaft durch verschiedene Mittel und Methoden eine andere Gruppe zu beherrschen und zu kontrollieren.

 

3. Mittel und Methoden der Kontrolle

Die Hauptbereiche, in denen eine gewisse Unzufriedenheit herrscht, sind folgende:

-    Sprache

-    Nahrung

-    Empfang

-    Tischsitten

-    Das Verhältnis der Generationen untereinander

-    Die durch die Kultur definierte Persönlichkeit

-    Familiäre Beziehungen und kulturelle Bindungen

-    Die Bildung mächtiger Clans

Man muss dabei freilich sich im Klaren sein, dass die obengenannten Problembereiche auf ganz verschiedene Weise zum Ausdruck kommen können.

 

4. Möglichkeiten, diese Konflikte zu behandeln

Wir müssen uns vor allem daran erinnern, dass wir zu einem christlichen Klosterleben berufen sind, das seine eigene Kultur und seine eigenen Anforderungen hat. Dazu werden wir durch die heilige Schrift, die Regel des heiligen Benedikt und die kirchlichen Gebote angeleitet. Wir sind dazu aufgerufen, einander zu lieben und zu respektieren und durch die conversatio morum Kompromisse zu schließen. Christus ist darin unser Vorbild.

Wenn wir diese Punkte beachten, ergeben sich folgende Direktiven, die nicht verhandelbar sind:

-    Es muss sich ein festes Vertrauen entwickeln, damit in einer offenen Kommunikation alle Meinungsverschiedenheiten ausgesprochen werden können.

-    Man muss sich den anderen gegenüber öffnen und mit gutem Willen neue Dinge ausprobieren.

-    Man soll den neuen Mitgliedern der Gemeinschaft eine Zeit der Anpassung gewähren, aber die Gemeinschaft selbst muss sich auch auf die Neuankömmlinge einstellen.

-    Die Mitglieder sollen mehr das Gemeinsame als die Unterschiede beachten.

-    Der Dialog darf nicht abreißen.

-    Die Kommunitäten unterliegen einem Entwicklungsprozess, deshalb sollen die Mitglieder untereinander und den Neuankömmlingen gegenüber tolerant und offen sein.

-    Unstimmigkeiten sollten offen ausgesprochen, richtig verstanden und bereinigt werden.

-    Einen Geist des Zusammenhalts fördern und

-    immer wieder die Möglichkeit zum kulturellen Austausch anbieten.

Auf keinen Fall dürfen die ethnischen Konflikte das gute multikulturelle Leben ersticken, das das gemeinschaftliche Leben sehr bereichert.

 

5. Schluss

Wir haben festgestellt, dass die aktuellen ethnischen Konflikte in den Kommunitäten einen Missstand darstellen und dass Unterdrückung und Herrschaftsansprüche nicht annehmbar sind. Aber unsere Vorschläge werden nur auf einer Grundlage der Veränderungsbereitschaft, der Bekehrung und des ständigen Gebets wirksam sein können. Eine Kommunität besteht aus Individuen, sie ist lebendig und dynamisch und sie muss für Veränderungen stets offen sein.

Man muss noch einmal betonen, dass für all unser Tun Christus das Vorbild ist.

 

Gebet für die Einheit

Gott unser Vater, wir danken dir, dass du uns zu Werkzeugen im Dienst deines Reiches gemacht hast. Du hast uns als Nonnen und Mönche berufen. Gott, wir bitten dich demütig, mache uns fähig, in Gemeinschaft zu leben, auch wenn wir aus verschiedenen Kulturen und Nationen stammen. Diese Einheit möge unsere Liebe zu dir vertiefen und verstärken, darum bitten wir dich in aller Bescheidenheit durch Christus unseren Herrn. Amen.

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